Auf Grund der Liberalisierung des Telekommunikationsmarktes und der damit verbundenen Freizügigkeit der Wahl verschiedener EMV-Messlabore zur Prüfung auf Einhaltung der Schutzanforderungen von Geräten ist die Gewährleistung der Vergleichbarkeit und Reproduzierbarkeit von Messungen in verschiedenen Einrichtungen dringend geboten. Deshalb ist eine exakte Analyse auftretender Messunsicherheiten unumgänglich.
Die Messung der Störfeldstärke auf Freifeldmessplätzen oder alternativen Messplätzen ist das Messverfahren, das den größten Frequenzbereich abdeckt und gleichzeitig als Referenzverfahren für die Bewertung alternativer Messverfahren zu verwenden.
Die Anforderungen der internationalen Normung zur Beschreibung der Messunsicherheiten bei Feldstärkemessungen beziehen sich auf die verwendete Messausrüstung (Empfänger, Antenne und NSA) und auf die Anordnung der Prüflinge. In einschlägigen Normen sind bisher nur sehr unscharfe Anforderungen an die Umgebung des Messplatzes und an Messplatzaufbauten, wie Antennenmast und Drehtisch, formuliert worden.
Im Auftrag des Referats 313 der Reg TP wurden von Peter Mosshammer im Rahmen der vorliegenden Diplomarbeit grundsätzliche Untersuchungen anhand verschiedener Methoden mit folgender Zielstellung durchgeführt:
- Ermittlung der Messunsicherheiten, die von den gegenwärtig angewandten Messplatzaufbauten verursacht werden
- Entwicklung einer Methode zur Bestimmung der Einflussfaktoren von Messplatzaufbauten auf die Feldstärkemessung auf Freifeldmessplätzen
- Untersuchungen zur Abschätzung der Einflüsse der Umgebung des Freifeldmessplatzes auf die Messunsicherheit.
In diesem Zusammenhang sollte ein geeignetes Messverfahren entwickelt und beschrieben werden, das eine einfache messtechnische Bewertung des Einflusses von Messaufbauten und Umgebung ermöglichen soll.
Da im betrachteten Frequenzbereich der bei Feldstärkemessungen verwendete Drehtisch als besonders kritisch hinsichtlich auftretender Messunsicherheiten durch Messzubehör gilt, wurden exemplarisch an ihm diese Untersuchungen vollzogen, welche teilweise zu beeindruckenden Ergebnissen führten und mit aller Wahrscheinlichkeit künftig in der Normung Berücksichtigung finden werden.
Die Arbeit wurde sowohl auf der Grundlage messtechnischer Untersuchungen, als auch mit Hilfe von Computersimulationen abstrakter rechentechnischer Modelle mit dem Feldsimulationsprogramm CONCEPT II, basierend auf der Momentenmethode, ausgeführt.